Laktose

Laktose (=Milchzucker) besteht aus einer Verbindung der zwei Zuckerarten Glukose und Galaktose. Solange diese beiden Zucker miteinander verbunden sind, kann die Dünndarmschleimhaut diese nicht ins Blut aufnehmen. Deshalb der Darm vorher den Milchzucker in die Einzelzucker Glukose und Galaktose aufgespalten. Dies übernimmt ein Enzym namens Laktase, dass in der Dünndarmschleimhaut gebildet wird. Fehlt es an dem Enzym oder wird zu wenig davon gebildet, spricht man von einer Laktoseunverträglichkeit (oder Laktoseintoleranz). Dann wandert der unverdaute Milchzucker vom Dünndarm direkt in den Dickdarm weiter und wird von den dort lebenden Mikroorganismen vergoren.

Durch den unverdauten Milchzucker im Dickdarm entstehen verschiedene Gase, die zu den häufigsten Symptomen wie Blähungen und Bauchkrämpfen führen. Weiterhin werden Milchsäure und kurzkettige Fettsäuren bei der Verstoffwechselung im Dickdarm gebildet. Diese wirken wasseranziehend und deshalb klagen viele Betroffene über Durchfall. Wie bei allen Nahrungsmittelunverträglichkeiten gibt es aber noch viele weitere Symptome, die bei jedem Menschen unterschiedlich sein können und die nicht immer eindeutig einer Laktoseintoleranz zugeordnet werden können.

Weltweit gesehen ist eine Laktoseintoleranz der Normalzustand. Während in Deutschland etwa 10-20% der Bevölkerung keinen Milchzucker verdauen können, sind es in China und Südostasien fast 100% der Bevölkerung, die eine Laktoseintoleranz haben.

Die Einordnung, welche Nahrungsmittel bei einer Laktoseunverträglichkeit noch gegessen werden können, ist relativ einfach. Da Laktose übersetzt Milchzucker heißt, betrifft es alle Lebensmittel, die aus Milch bestehen. Das umfasst vor allem

  • Buttermilch, Joghurt, Quark, Sauerrahm, Creme fraiche, Kaffeesahne, Schwedenmilch, Sahne, Mascarpone, Kondensmilch usw.
  • Milchpulver, Sahnepulver, Molkepulver
  • „frische“ Käsesorten, die kaum oder gar nicht gereift sind (Frischkäse, Schmelzkäse, Hüttenkäse)
  • Molkenprodukte
  • Milchschokolade

Jedoch sollte man auch bei Fertiggerichten auf den Zusatz von Milchprodukten achten.

Da es heutzutage jedoch schon viele laktosefreie Produkte gibt, muss hier nicht so sehr verzichtet werden. Bei der Herstellung der laktosefreien Produkte wird bereits in der Molkerei das Enzym Laktase zugesetzt und der Milchzucker wird in die Einfachzucker Galaktose und Glucose aufgespalten. Diese Produkte sind dann auch bei einer Laktoseintoleranz problemlos verträglich.