Fruktose

Um jegliche Art von Mehrfachzuckern (Poly-, Oligo- und Disaccharide) verdauen zu können, müssen diese in Einfachzucker (Monosaccharide) aufspalten werden. Damit dieser aufgespaltene Fruchtzucker vom Darm ins Blut aufgenommen werden kann, ist eine Art Hilfsmittel (Glukosetransporter) notwendig: das GLUT-5. Bei der Fructoseintoleranz ist die Aktivität des GLUT-5-Transporters aber vermindert. Die Folge ist, dass ein Großteil der Fructose nicht im Dünndarm aufgenommen wird, sondern unverdaut in den Dickdarm weiterwandert. Dieser Vorgang ist sehr ähnlich wie bei einer Laktoseintoleranz. Im Dickdarm wird die unverdaute Fructose von den Dickdarmbakterien unter anderem zu Wasserstoff, Methan und Kohlendioxid abgebaut. Aufgrund der Entstehung dieser Gase kommt es häufig zu Blähungen oder Durchfall.

Viele Personen mit einer Fructoseintoleranz haben oft auch Probleme bei der Verdauung von anderen Zuckerarten, wie zum Beispiel den Zuckeralkoholen Sorbit, Mannit, Lactit oder Xylit. Insbesondere die Sorbitunverträglichkeit ist inzwischen keine Seltenheit mehr. Sorbit kommt auf natürliche Weise vor allem in Kernobst vor oder kann als Zusatzstoff (E 420) fast allen Lebensmitteln zugesetzt werden. Erst, wenn ein Nahrungsmittel mehr als 10% Sorbit enthält, muss es mit dem Zusatz „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ gekennzeichnet sein.
Wichtig ist bei dem Verzehr von Fructose auch die aufgenommene Gesamtmenge. Denn selbst gesunde Menschen erreichen bei etwa 25 Gramm Fructose pro Tag ihre Belastungsgrenze und Mengen darüber hinaus können ebenfalls zu Verdauungsproblemen führen.

Die Menge für diese Belastungsgrenze entspricht etwa einer halben Tüte Rosinen, sechs getrockneten Feigen oder zwei Gläsern Apfelsaft. Das bedeutet, dass eine Fructosemalabsorption nur vorliegt, wenn selbst kleine Mengen an Fructose nicht vertragen werden. Aufgrund veränderter Ernährungsgewohnheiten wird diese Belastungsgrenze heutzutage recht schnell überschritten. Das liegt aber leider nicht an einem stark gestiegenen Obstkonsum, sondern vielmehr wird Fructose als „natürliches“ Süßungsmittel bei Energieriegeln, Joghurt, Limonaden und Süßigkeiten eingesetzt. Zum Vergleich: ein Apfel enthält etwa 5g Fructose, ein „Energieriegel“ hat dagegen fast 20g!
Nahrungsmittel mit einem hohen Fructosegehalt sind

  • Obst
  • Trockenfrüchte
  • Wellness-, Fruchtsaftgetränke und Limonaden
  • Honig
  • Wein
  • Inhaltsstoffe wie Maisstärkesirup, Inulin, Fruchtsüße oder Fructooligosaccharid

Ein Tipp: Verbessern und unterstützen lässt sich die Aufnahme von Fructose, indem fructosehaltige Lebensmittel mit anderen Nahrungsmitteln geschickt kombiniert werden. Da Eiweiße und Fette die Verweildauer der Speisen im Magen generell verlängern, wird die Fructose in bedeutend kleineren Mengen und über einen längeren Zeitraum in den Dünndarm abgegeben. Durch diesen verlangsamten Prozess kann viel mehr Fructose direkt im Dünndarm aufgenommen werden. Ein Beispiel für eine günstige Nahrungsmittelkombination sind Erdbeeren mit einer Quarkspeise. Kontraproduktiv wäre demzufolge eine reine Obstmahlzeit.