Verdauungskraft stärken

Der Begriff Reizdarm sagt schon vom Wortstamm her, dass es sich hier meist um eine Darmerkrankung handelt. Manchmal kann es jedoch sein, dass der Darm selbst in Ordnung ist und einfach nur die davorliegenden Verdauungsorgane Magen, Galle oder Bauchspeicheldrüse nicht optimal arbeiten. Dann kommt die schlecht verdaute Nahrung in den Darm und dieser ist dann häufig total überfordert.

Nehmen wir die Bauchspeicheldrüse: deren Aufgabe ist es unter anderem, bestimmte Verdauungsenzyme auszuschütten. Dazu zählen Protease (für die Eiweißverdauung), Amylase (für die Kohlenhydratverdauung) sowie Lipase (für die Fettverdauung). Wenn die Bauchspeicheldrüse jedoch zu wenig Enzyme ausschüttet, dann gelangt die Nahrung schlecht vorverdaut in den Darm und dieser ist dann häufig damit überfordert.

Denn normalerweise ist der Darm auf eine funktionierende Bauchspeicheldrüse angewiesen. Dies ist ähnlich wie an einem Fließband, beispielsweise in einer Automobil-Fabrik. Dort ist ein Mitarbeiter weiter hinten auf eine gründliche Vorarbeit seiner Kollegen vor ihm angewiesen. Und ähnlich ist es bei unserer Verdauung, bei dem sich eine schlechte Vorarbeit (von Magen, Galle oder Bauchspeicheldrüse) auf die Organe weiter hinten (Darm) auswirkt.

Deshalb kann auch ein guter Ansatzpunkt für eine Reizdarm-Behandlung über die Stärkung der oberen Verdauungsorgane erfolgen. Jedoch würde ich diesen Ansatz erst empfehlen, wenn eine Stuhldiagnostik durchgeführt und die Psyche eingehender betrachtet wurde.