Psyche

Täglich kümmern wir uns um unseren Körper, weil dieser ständig den rauen Umweltbedingungen ausgesetzt ist: wir waschen uns, wir putzen täglich Zähne und so weiter. Doch was passiert mit den täglichen Verunreinigungen unserer Psyche? Diese bleiben meist unbeachtet, auch weil wir nie gelernt haben, wie wir damit umgehen sollen und wie man sich denn “psychisch reinigen” kann.

Bei der psychischen Belastung kann es natürlich einerseits der alltägliche Terminstress sein, der unserem Darm zu schaffen macht. Es spielen bei Reizdarm-Patienten aber auch häufig tieferliegende inneren Ursachen wie Angstgefühle oder ein geringes Selbstwertgefühl eine sehr wichtige Rolle. Werden diese negativen Gefühle über eine lange Zeit nicht beachtet oder unterdrückt, kann sich das sehr schnell auf den Darm mit seinen Millionen Nervenzellen auswirken. Dieser interne Stress kann existieren und sehr stark sein, ohne dass man es den Betroffenen anmerkt und meist weiß derjenige auch selbst nichts davon. Es kann also sein, dass Ihr Körper ständig gestresst ist, ohne dass Sie Stress von außen haben.

Es ist ganz wichtig, den Reizdarm auch von seiner psychischen Seite zu betrachten. Denn Gedanken und die damit einhergehenden Emotionen können enorme bio-chemische Prozesse im Körper auslösen. Wenn Sie nun jeden Tag in einer Art “Gedankenspirale” festsitzen, weil Sie sich beispielsweise über zurückliegende Ereignisse ärgern oder sich um etwas Sorgen machen, dann lösen Sie täglich immer wieder durch diese Gedanken bio-chemischen Prozesse aus. Das versetzt den Körper jeden Tag wieder aufs Neue in eine Stress-Situation, obwohl eigentlich gar kein äußerer Stress vorhanden ist.

Zu einem Arzt zu gehen um sich bei seinen körperlichen Leiden helfen zu lassen ist vollkommen normal. Geht man jedoch zu einem Psychologen, um sich bei seinen psychischen Leiden helfen zu lassen, wird man häufig komisch angeschaut oder es wird gesagt, man habe einen “an der Waffel”. Solch eine Einordnung ist hochgefährlich, denn damit werden viele Menschen durch gesellschaftlichen Druck abgehalten, sich auf der psychischen Ebene zu reinigen und Reinigungsmöglichkeiten zu erlernen.

Um auf der psychischen Ebene etwas gegen den Reizdarm zu tun, gibt es inzwischen sehr gute Möglichkeiten. Meiner Meinung nach sind Meditationen und positive Affirmationen sehr tolle Ansätze gegen den “inneren” Stress. Und auch durch die Hilfe eines Therapeuten, der psychisch unterstützen kann sowie durch Hypnose-Sitzungen lassen sich bestimmte Blockaden durchbrechen.